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Unter '''Studium''' ( ?[nach etwas] streben, sich [um etwas] bemühen?) wird primär das wissenschaftliche Lernen und Forschen an Universitäten und anderen Hochschulen sowie diesen gleichgestellten Akademien verstanden. Zu den gleichgestellten Hochschulen zählen in Deutschland auch duale Hochschulen und Kunsthochschulen (die in Österreich seit 2005 als Universitäten gelten).

Meist werden als Studium auch Bildungsgänge außerhalb der Hochschulen bezeichnet, vor allem die Aus- und Weiterbildung im tertiären Bildungsbereich an Berufs- bzw. Fachakademien. Für das Studium an Hochschulen ist die vorherige Immatrikulation (Einschreibung) erforderlich, die an gewisse Voraussetzungen gebunden ist.

Umgangssprachlich wird der Begriff ''Studium'' heute aber auch für Ausbildungsgänge an Fachschulen, Berufsfachschulen oder an Fernschulen, Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien und sonstigen Bildungseinrichtungen des quartären Bildungsbereichs verwendet.

Inhalt

Ein Studium besteht unter anderem aus dem Besuch von Vorlesungen, ergänzt durch Übungen (vereinzelt auch Feldübungen), Tutorien, Seminare, Repetitorien, Kolloquien, Praktika und aus dem Selbststudium. Das erworbene Wissen wird entweder in semesterbegleitenden Teilprüfungen oder in Abschlussprüfungen durch Klausuren oder mündliche Prüfungen abgefragt. In der Regel schließt eine wissenschaftliche Examensarbeit das Studium ab.

Die Zuständigkeit der Hochschulen ist von Staat zu Staat unterschiedlich. So liegt sie in Deutschland auf Länderebene, in der Schweiz liegt die Zuständigkeit mit Ausnahme der beiden Eidgenössischen Technischen Hochschulen auf kantonaler Ebene, in Österreich liegt die ganze Bildung in der Zuständigkeit des Bundes. Für das Studium wird je nach Staat eine Studiengebühr erhoben.

Deutschland

Zulassung zum Studium

Um an einer deutschen Hochschule studieren zu können, ist im Allgemeinen eine Form der . Des Weiteren können in Deutschland auch Personen ohne Hochschulzugangsberechtigung zum Hochschulstudium zu einigen Studiengängen zugelassen werden, wenn sie beruflich qualifiziert sind und Berufserfahrung nachweisen; ferner sind je nach Bildungseinrichtung und Studiengang besondere Prüfungen und ein Probestudium erforderlich.

Bei einigen Studienfächern bestehen Zulassungsbeschränkungen (siehe Numerus clausus). Bei Fächern, die bundesweit an vielen Hochschulen zulassungsbeschränkt sind, werden der Gerechtigkeit wegen die Studienplätze über die Stiftung für Hochschulzulassung (SfH) in Dortmund vergeben. Der Trend geht aber dahin, dass die einzelnen Hochschulen ihre Studierenden selbst auswählen sollen. Daneben bestehen auch örtliche Zulassungsbeschränkungen für einzelne Fächer an Universitäten und Fachhochschulen.

Bei der Zulassung zum Studium berät unter anderem die Studienberatung der jeweiligen Hochschulen. Seit einiger Zeit besteht die Tendenz, dass immer mehr Hochschulen im Rahmen ihrer Studienberatung Studienwahltests anbieten. Außerdem wird immer häufiger das Ablegen eines Studierfähigkeitstests verlangt; letzteres vor allem von Seiten privater Hochschulen. In Deutschland haben im Studienjahr 2012 insgesamt 493.469 Personen ein Studium begonnen.

Studienplatzbewerbung

Um einen Studienplatz zu erhalten, müssen Studierwillige sich um diesen zuvor bewerben. Bis 2005 wurden die meisten Studienplätze in Deutschland über die Zentrale Studienplatzvergabe (ZVS) vergeben. Unter ihrem neuen Namen ''Stiftung für Hochschulzulassung'' vergibt diese Einrichtung noch heute Studienplätze in einigen Fächern mit besonders strengen Zulassungseinschränkungen, wie etwa Medizin, Pharmazie, Tiermedizin und Zahnmedizin. Die große Mehrzahl der Studienplätze wird von den Hochschulen heute jedoch direkt vergeben, mit der Folge, dass auch Bewerbungen direkt an die Schule zu richten sind. Studienplatzbewerbungen erfolgen heute meist online, wobei bestimmte Unterlagen per Post eingereicht werden müssen.<ref name="WBIM"></ref> In allen Fällen müssen Bewerbungsfristen eingehalten werden, die von der jeweiligen Hochschule festgesetzt werden. Oft ist Bewerbungsschluss für das Wintersemester der 15. Juli, für das Sommersemester der 15. Januar.<ref name="WBIM"/> Viele Hochschulen erheben für die Bearbeitung der Bewerbung eine Gebühr.<ref name="SBDD"/>

Grundständiges und postgraduales Studium

Man unterscheidet zwischen grundständigen Studium, das zu einem ersten Hochschulabschluss führt (Bachelor, Diplom, Magister, erstes Staatsexamen, Lizenziat, Baccalaureus), und ''postgradualem Studium'' (Master), das ein grundständiges Studium voraussetzt. Auch ein Doktorstudium ist ein postgraduales Studium. Der deutsche Begriff ''postgradual'' bedeutet ''nach Abschluss eines Hochschulstudiums stattfindend''.

Studiengang und Abschluss

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Studiengänge. Das Studium kann auf ein bestimmtes Fachgebiet ausgerichtet sein oder interdisziplinär sein. Der Ablauf eines Studiengangs ist teilweise fachspezifisch geregelt, teilweise auch durch Rechtsvorschriften der Länder einer akademischen Ausbildungsstätte, kann manchmal auch vom Studenten recht frei gewählt werden. Überwiegend werden in einem Fach oder Fachbereich mehrere Studiengänge angeboten, die mit unterschiedlichen Abschlüssen (Bachelor, Diplom, Akademiebrief, Staatsexamen, Magister, Master, Meisterschüler, Lizentiat, Promotion) enden und damit teilweise auch für unterschiedliche berufliche Wege qualifizieren.

Diplom

Das Studium im Diplom-Studiengang gliedert sich zumeist in zwei Teile. Das zwei- bis viersemestrige Grundstudium wird meist mit einer Diplomvorprüfung (siehe auch Vordiplom) oder Ähnlichem abgeschlossen. Darauf folgt das vier- bis sechssemestrige Hauptstudium, an dessen Ende das mit bestandener Diplomprüfung verliehene Diplom steht. Oft findet eine spezielle dem Studiengang entsprechende Differenzierung, Spezialisierung und Schwerpunktsetzung erst im Hauptstudium statt, während das Grundstudium eher dem Vermitteln von Grundkenntnissen, -fertigkeiten und der Orientierung dient. Dadurch werden Hauptstudien-Veranstaltungen von vielen Studenten als interessanter empfunden.

An Universitäten beträgt die Regelstudienzeit eines Diplomstudiums je nach Studiengang acht bis zehn Semester. An Fachhochschulen haben Diplomstudiengänge eine kürzere Regelstudienzeit von meist acht Semestern und ein anderes Grundkonzept, das mehr Praxisnähe erreichen soll. Dieser akademische Diplomgrad wird mit dem Zusatz ?FH? in runden Klammern verliehen. Die rechtlichen Regelungen für diese und alle anderen Prüfungen an Hochschulen sind in den jeweiligen Studienordnungen und Prüfungsordnungen geregelt.

Im Zuge des Bologna-Prozesses wird das Diplomstudium in seiner bisherigen Form verschwinden, jedoch bleiben Ausnahmen bestehen. So wird etwa an der Universität Greifswald der Studiengang Betriebswirtschaftslehre mit dem Abschluss Diplom-Kaufmann nicht zugunsten eines Bachelor abgeschafft, sondern auf Dauer beibehalten.

Magister Artium

In Deutschland gibt es (ausschließlich an Universitäten und für geistes- und sozialwissenschaftliche Fächer) auch noch den Magister-Studiengang, der sich ebenfalls in ein Grundstudium, an dessen Ende eine Zwischenprüfung steht, und ein Hauptstudium gliedert. Das Studium besteht in der Regel aus einem Hauptfach und zwei Nebenfächern oder aus zwei Hauptfächern und gestaltet sich wesentlich freier als der Diplom-Studiengang. Nach Annahme der Abschlussarbeit, der sogenannten Magisterarbeit, sowie dem Bestehen der Abschlussprüfung in den jeweiligen Studienfächern erlangt man den akademischen Grad eines Magister Artium.

Bachelor und Master

In Deutschland werden der einstufige Diplom-Studiengang und der einstufige Magister-Studiengang im Rahmen des Bologna-Prozesses auslaufen, eventuell auch die Staatsprüfung auf absehbare Zeit. Diese werden durch das zweistufige Studiensystem mit den Abschlüssen Bachelor und Master ersetzt. Seit 2011 sollten diese Abschlüsse Standard sein. Ob dies für alle Fächer gelten soll und ob andere Studienabschlüsse wie das Staatsexamen abgeschafft werden oder womöglich parallel erworben werden können, ist Gegenstand aktueller Diskussionen.

Bereits heute werden zahlreiche Studiengänge mit diesen international gebräuchlicheren angloamerikanischen Abschlüssen angeboten. In Deutschland sind dabei jedoch abweichend zum Ausland bestimmte Grundlagen einzuhalten, die in den Landeshochschulgesetzen geregelt sind und auf Beschlüssen der Kultusministerkonferenz (KMK) aufbauen.

Bachelor und Masterabschlüsse erhalten keinen Fachzusatz wie Diplomabschlüsse, sondern werden in wenige Fächergruppen unterteilt. Die Bezeichnung wird um ''of'' und den Zusatz der Fächergruppe ergänzt: ''Arts'', ''Science'', ''Engineering'', ''Laws'', ''Fine Arts'', ''Music'' und ''Education''. So wird beispielsweise der ''Bachelor of Arts'' in der Fächergruppe der Geisteswissenschaften verliehen. In Masterstudiengängen, die nicht auf einem Bachelor aufbauen, können auch abweichende Bezeichnungen verliehen werden, dies ist abgesehen vom Master of Business Administration jedoch selten.

In Deutschland erlauben es manche Bundesländer?? etwa Bayern?? den Hochschulen, die akademischen Grade stattdessen in ihrer lateinischen Bezeichnung, also ''Bakkalaureus'' bzw. ''Magister'', zu verleihen. Der akademische Grad darf vom Absolventen jedoch nur gemäß der Verleihungsurkunde geführt werden, ein wahlweises Benutzen der Abschlussbezeichnungen ''Bachelor of Arts'' und ''Bakkalaureus der Künste'' ist nicht möglich.

Staatsexamen

Am Ende des Studiums in den Fächern Rechtswissenschaft, Medizin, Veterinärmedizin, Zahnmedizin, Pharmazie, Lebensmittelchemie und in den Lehramtsstudiengängen stehen in der Bundesrepublik Deutschland staatliche Abschlussprüfungen, nämlich das sogenannte Erste Staatsexamen bzw. mehrere Abschnitte von ärztlichen Prüfungen. In diesen Studienfächern prüfen die Hochschulen ihre Absolventen nicht in eigener Verantwortung; die Prüfungen werden stattdessen durch staatliche Stellen durchgeführt (Prüfungsämter bei den Justiz-, Gesundheits-, Kultusministerien).

Weitere wissenschaftliche Abschlüsse

An kleineren?? insbesondere kirchlichen?? deutschen Hochschulen, vor allem in geisteswissenschaftlichen Fächern, gibt es den Abschluss des Baccalaureats und das Lizentiat.

Kirchliche Abschlüsse

Studiengänge, die auf das geistliche Amt (.

Künstlerische Abschlüsse

An Kunsthochschulen (Kunstakademien, Musikhochschulen, Theater- und Filmhochschulen) werden akademische Grade?? häufig in Form des Diplomgrades?? und künstlerische Hochschulabschlüsse erworben. Bei Lehramtsstudiengängen ist der Abschluss das Erste Staatsexamen.

Kombistudium / Duales Studium

Ein '''Kombistudium''' kombiniert eine verkürzte Berufsausbildung mit einem dazu passenden (oft technisch geprägten) Studium. Die einzelnen Hochschulen haben für die Form der kombinierten Ausbildung verschiedene Namen. An der Hochschule Albstadt-Sigmaringen heißt dies beispielsweise ?Kombistudium? ? an der Hochschule Heilbronn ?Kooperatives Studienmodell?.

Angeboten wird dieses Modell inzwischen von einigen Hochschulen in enger Zusammenarbeit mit den Firmen aus der jeweiligen Region und den beteiligten Industrie- und Handelskammern.

Beim Kombistudium wird während der ersten Zeit 2,5 Jahre eine (verkürzte) Berufsausbildung gemacht und auch bereits Zeit Semester an der Hochschule absolviert. Anschließend folgt das Modell dem des BA-Studiums (während des Semesters Hochschule, in den Semesterferien Betrieb). Das Praxissemester entfällt (teilweise) aufgrund der schon vorhandenen Betriebserfahrung.

Die Gesamtdauer des Kombistudiums beträgt 4,5 Jahre. Abgeschlossen wird mit dem Bachelor of Engineering bzw. Science der jeweiligen Fachrichtung sowie mit einem IHK-Zertifikat für die jeweilige Ausbildung. Diese Form der Berufsbildung zeichnet sich vor allem durch die Finanzierung durch die Betriebe (Azubi-Gehalt/Stipendium) sowie durch schon vorhandene Berufserfahrung und die beiden Abschlüsse in verkürzter Zeit zum Ende des Studiums aus.

Duales Studium

Als duales Studium wird in Anlehnung an das duale Ausbildungssystem ein Hochschulstudium mit fest integrierten Praxisblöcken in Unternehmen bezeichnet. Von ?klassischen? Studiengängen unterscheidet es sich durch einen höheren Praxisbezug, der abhängig von Studiengang und Hochschule variiert. Freie Tage werden meist über den Urlaubsanspruch im zugrunde liegenden Ausbildungsvertrag geregelt.

Studium außerhalb des deutschsprachigen Raumes

Vereinigte Staaten

Hintergrund

Die erste Hochschule auf dem Gebiet der heutigen hervorging. Im Jahre 2017 existierten in den USA 4.298 Hochschulen (in Deutschland: 429), darunter 2.672 Privathochschulen (Deutschland: ca. 160).

An öffentlichen Hochschulen waren im Jahre 2017 14,56 Mio Studierende und an privaten Hochschulen 5,1 Mio Studierende eingeschrieben (Deutschland: insgesamt 2,84 Mio).

Zu verstehen ist dieser hohe Studierendenanteil vor dem Hintergrund, dass in den USA weniger Formen der Berufsausbildung bestehen als im deutschsprachigen Raum. So fehlt insbesondere das Konzept der dualen Ausbildung. Im Jahre 2018 waren 35,1?% der 16- bis 19-Jährigen und 71,1?% der 20- bis 24-Jährigen bereits erwerbstätig, wobei auch mehr als zwei Drittel der Studierenden, um ihr Studium finanzieren zu können, jobben oder arbeiten müssen.

Studiengänge und Abschlüsse

Amerikanische Hochschulen bieten Studiengänge mit bis zu vier verschiedenen Abschlüssen an:

{| class="wikitable"
|-
! Abschluss !! Art des Studienganges !! Studiendauer !! Zulassungsvoraussetzungen
|-
| Associate degree (''intermediate degree'') || rowspan="2" | ''undergraduate programs'' || 2 Jahre || rowspan="2" | ''High School Diploma'' oder gleichwertiger Abschluss
|-
| Bachelor?s degree || 4?5 Jahre
|-
| Master?s degree || ''graduate programs'' || 1?2 Jahre || ''Bachelor's degree''
|-
| Doctoral degree || ''Ph.D. programs'' || 2+ Jahre || ''Master's degree''; vereinzelt genügt ein ''Bachelor's degree''
|}

Zweijährige Programme (''Associate degree'') werden heute hauptsächlich an Community Colleges angeboten. In den meisten Bundesstaaten handelt es sich bei den Community Colleges um Zweigstellen der jeweiligen Staatsuniversität, die neben anderen Aufgabengebieten den speziellen Auftrag haben, hochwertige Bildung für relativ wenig Geld anzubieten.

Siehe auch

Weblinks

Deutschland:
Österreich:
Schweiz:

Einzelnachweise